18.12.2019

Wie gut sind Makler-Apps wirklich? – Ersatz für persönliche Beratung?

In diesem Jahr hat sich Finanztest mit verschiedenen Makler-Apps beschäftigt, um herauszufinden, ob diese in der Lage sind, die persönliche Kundensituation gut und bedarfsgerecht zu analysieren bzw. den Kunden anschließend zu beraten.

Das Ergebnis ist eher ernüchternd.

Kaum eine App hat bei der Beratung ein „Befriedigend“ erhalten und selbst in der Gesamtbewertung schafft es kaum ein Teilnehmer über das befriedigende Ergebnis hinaus.

Um das Ergebnis des Tests auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: Technik top; Beratung flop!

Im Hinblick auf technische Aspekte konnte alle getesteten Plattformen (Treefin, Wefox, Clark, Knip, Verivox und Check 24) gut mithalten. Die Prozesse waren gut und die Datenübermittlung und Informationen rund um die Maklerinformationen wurden nicht bemängelt.

Aber wenn es um die Qualität der Beratung bzw. einer guten Bedarfsanalyse geht, steht die Technik eher im Hintergrund. Hier war es kaum möglich, wenigstens befriedigende Testate zu erteilen.

Die Angaben, die die Systeme gemacht haben, waren oft zu oberflächlich und den Tester war es zum Teil nicht möglich herauszufinden, ob sie mit einem Computer oder einem Menschen Kontakt haben.

Zudem wurden in einigen Fällen gravierende (Beratungs-) Fehler gemacht.
Man fragt sich also, sind wir noch nicht reif für vollständig digitalisierte Prozesse oder waren die Anforderungen von Finanztest an die Beratung zu hochgesteckt?

Zahlreiche Studien mit Kunden kommen immer wieder zu dem Ergebnis, dass sich Menschen für komplexe Bereiche einen echten Ansprechpartner wünschen und nicht allein auf eine „Maschine im Netz“ setzen wollen.

Sieht man sich die Anforderungen an die Bedarfsanalyse eines Kunden mal genauer an, so wird man feststellen, dass zwar die Bedürfnisse in der Regel gleich sind (Absicherungsbedarf, Vorsorgebedarf etc.), dennoch jeder Mensch individuell in einer anderen Lebensphase steckt, der im Rahmen einer guten Bedarfsanalyse Rechnung getragen werden sollte; gleiches gilt für die Präferenzen, wenn es um konkrete Produktlösungen geht.

Hier wird es schwer, wenn ein Computer mehr oder weniger standardisierte Antworten produziert und vertiefende Angaben gänzlich ausschließt bzw. nicht berücksichtigt.

Die Mehrheit der getesteten Unternehmen stellte sich der Kritik und gelobte eine Nachbesserung ihrer Systeme.
Schlussendlich wird aber wohl die Frage bleiben, ob diese Plattformen eine Beratung in einer Bank oder bei einem Makler/Finanzdienstleister wirklich ersetzen können.

Um sich einen ersten Überblick zu den relevanten Themenbereichen zu verschaffen, kann eine solche Anwendung eine akzeptable Möglichkeit sein. Man verschafft sich quasi mehr Wissen, für eine anschließende (persönliche) Beratung.

Will man aber seine Vorsorge- und Absicherungsthemen ganzheitlich und bedarfsorientiert lösen, so kann nur eine Beratung bei einem kompetenten Ansprechpartner das Mittel der Wahl sein.

An dieser Stelle empfehlen wir den interessierten Privatkunden sehr gern die „BESTEN BANKEN vor Ort“. Testen auch Sie die BESTE BANK vor Ort in eigener Sache!

Fotoquelle: Shutterstock – laremenko Sergii 1028004997

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