15.10.2018

Vorsorgepotential noch lange nicht aufgebraucht

Es hat mittlerweile etwas Gebetsmühlenartiges, das Thema Altersvorsorge ständig anzusprechen und auf die Risiken einer unzureichenden Absicherung aufmerksam zu machen.
Aber wieso erreicht es noch immer viele Bürger nicht? Oder wissen sie über die Gefahren Bescheid, und sie verweigern sich dennoch? Was sind also die Gründe für dieses Dilemma? Hier die gängigsten Einwände:

„Der Staat wird schon einspringen“

Diese Aussage hört man immer wieder. Der große Irrglaube, dass angesichts (fast) leerer Rentenkassen der Staat trotzdem und jederzeit mehr tun wird, als er muss bzw. irgendwann kann. Verfolgt man die politische Diskussion, wird man feststellen, dass das Rentenniveau immer weiter absinkt. Ohne eigene Vorsorge, wird man im Rentenalter kaum einen finanziell abgesicherten Ruhestand genießen können. Die Riester-Rente und die Rürup-Rente sind quasi Angebote von staatlicher Seite, mit Hilfe von Steuergeschenken das Sparen der Bürger anzukurbeln. Diese Signale kann man kaum überhören.

„Je früher, desto besser“

Gerade junge Menschen bringen häufig den Einwand, dass sie sich um ihre Vorsorge „später“ kümmern werden. Jetzt will man erstmal leben. Nachvollziehbar, aber teuer! Denn beim Sparen gilt immer der Grundsatz: Je früher, desto besser, will man u.a. auch durch den Zinseszinseffekt Wertsteigerungen immer wieder neu investieren, um auf diese Weise ein exponentielles Wachstum der eigenen Anlage zu generieren. Verschiebt man den Zeitpunkt des Sparens immer weiter nach hinten, verkürzt sich die Anlagezeit und das kann einen erheblichen Einfluss auf das Ergebnis haben.
Es ist wichtig, gerade jungen Menschen diese Zusammenhänge deutlich zu machen und Musterrechnungen durchzuführen, damit sie lernen und verstehen, warum es besser ist, vielen „Konsumfallen“ abzuschwören.

„Die Summen sind utopisch hoch“

Oft stimmt das. Aber nicht vorzusorgen hilft an der Stelle nicht weiter. Jeder Euro, den man spart, kann später hilfreich sein. Gerade bei jungen Menschen sind oft die beruflichen Lebenswege noch gar nicht abgeschlossen bzw. vorhersehbar. Wieso also bereits am Anfang die Flinte ins Korn werfen?

„Mein Haus ist meine Altersvorsorge“

Die eigene Immobilie als Vorsorge anzugeben kann, wenn überhaupt, nur ein kleiner Baustein in einer guten Altersvorsorgestrategie sein. Man wohnt zwar im Alter mietfrei – nur jeder Hauseigentümer weiß, welche Kosten u.U. mit der eigenen Immobilie verbunden sind. Insbesondere, wenn diese in die Jahre gekommen ist: alte Heizungstechnologien, Reparaturen, Modernisierungen, kommunale Gebühren etc.

Man bedenke, dass diese Kosten dann aus der überschaubaren Rente gestemmt werden müssen. Das kann u.U. ins Auge gehen, da in vielen Fällen die wegfallende Finanzierungsrate kleiner ist als der Rückgang des Einkommens ab Beginn der Rente. Und da man von Backsteinen nichts abbeißen kann, ist dies nur eine gute Basis- und Wertanlage für ein solides Fundament. Aber i.d.R. nicht mehr!

Das ist eine Zusammenfassung der wohl bekanntesten Irrtümer hinsichtlich der privaten Vorsorge. Die Aufgabe von Beratern hierbei ist, für mehr Klarheit zu sorgen und Kunden entsprechend aufzuklären.

 

Fotoquelle: Shutterstock – Michael Jung ID 145003498

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