02.09.2019

Sparen 2.0: Strafzinsen könnten „breite Bevölkerung“ treffen

Kleinsparer zahlen schon seit Jahren drauf. Die Mini-Zinsen werden längst von der Inflation geschluckt. Doch es könnte durch die Geldpolitik der EZB noch schlimmer werden. Höhere Gebühren oder gar Strafzinsen für Sparkassenkunden werden nach Einschätzung des Dachverbandes DSGV immer wahrscheinlicher. So konnte man jüngst u.a. auch folgenden offenen Brief vom 15. August 2019 des DSGV-Präsident Helmut Schleweis an EZB-Präsident Mario Draghi lesen.

Bereits am 25. Juli 2019 warnte der DSGV in der Pressemitteilung Nr. 27 vor negativen Effekten der Minuszinsen.

Diese Entwicklung ist dramatisch und wirft ganz neue Fragen auf. Es dürfte aber für die ganze Branche auf Dauer kaum möglich sein, gegen die von der EZB geschaffenen Gesetzmäßigkeiten des Marktes zu agieren.

Die zentrale Frage ist aber – gerade aus Kundensicht – wie groß dieses Risiko der „Minus-Zinsen“ eigentlich ist? Im Rahmen einer ganzheitlichen Beratung sollte es für das langfristige Sparen oder auch für die langfristige Geldanlage idealerweise zahlreiche Alternativen geben, die man den Kunden vorstellen und erläutern kann, für die keine planmäßigen Minus-Zinsen entstehen.

Auch wenn u.a. Versicherungslösungen oder auch das Wertpapiersparen nicht nur Vorteile haben, gilt es – vor dem aktuellen Hintergrund – sinnvolle Alternativen aufzuzeigen, für die sich die Kunden anschließend entscheiden können. Diese niedrigen Zinsen machen u.a. Immobilienfinanzierungen besonders attraktiv oder auch das Wertpapiersparen; vor allem wenn in Kürze auch für „normale Sparanlagen“ nominale Verluste zur Normalität gehören (von realen Verlusten ganz abgesehen). Zumindest können wir heute nicht mit etablierten Denkmustern weiterarbeiten und die Zeiten beklagen, sondern sollten idealerweise die deutlich veränderten Rahmenbedingungen als Chance sehen, die aktuell besten Lösungen – für die individuelle Kundensituation – zu beraten bzw. zu verkaufen.

Von Kunden, die sich für Immobilien interessieren, hören wir immer wieder, dass sie von den aktuellen Immobilienpreisen abgeschreckt werden. Was aber den wenigsten Kunden klar ist ist, dass sich der sehr oft deutlich gestiegene Preis einer Immobilie durch das aktuelle Zinsniveau deutlich relativiert, wenn man sich bspw. über 15 oder 25 Jahre die Gesamtkosten anschaut. Eine Sichtweise, die den meisten Kunden gar nicht klar ist und für die eine gute Beratung notwendig ist, um den Kunden mit Sachkenntnis und Empathie Lösungen aufzeigen, bei denen man sich als Gewinner fühlt.

Fotoquelle: Shutterstock – Joe1719 ID 525692695

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