09.07.2019

Filialschließungen lassen nicht nach – Bundesbank veröffentlicht Zahlen zur Filialentwicklung

Seit Jahren ziehen sich immer mehr regional tätige Banken aus der Fläche zurück. Die Gründe dafür sind vor allem in der zunehmenden Digitalisierung von Bankdienstleistungen zu sehen. Kunden erledigen viele Bankgeschäfte mittlerweile online und sparen sich damit den Gang in ihre Filiale vor Ort.

Aber auch der zunehmende Kostendruck und der Rückgang von Erträgen zwingen viele Banken zur Schließung von Filialstandorten.

Die QIDF-Kundenstudie aus dem Januar 2019 zeigt ebenfalls deutlich, dass die Kunden zunehmend eine „online Betreuung“ für zeitgemäß und gut halten und nur für komplexe Sachverhalte der auch längere Weg in eine Filiale in Kauf genommen wird, um mit einem fachkundigen Berater zu sprechen.

Rückgang der Filialstandorte
In diesem Jahr hat die Bundesbank erneut aktuelle Zahlen zu den Filialstandorten veröffentlicht. Diese Entwicklung zeigt eindrücklich, dass die Filiale in Deutschland an Bedeutung verliert.

Gab es im Jahr 1995 bundesweit noch 71.715 Filialen, so waren es im Jahr 2017 gerade von 31.949 Filialen.

Die Großbanken wie Commerzbank und Deutsche Bank kamen damals noch auf 1.000 Filialen (Commerzbank AG) und 1.400 Filialen (Deutsche Bank AG).

Sparkassen waren in der Fläche noch mit 10.208 Filialen und Volks- und Raiffeisenbanken mit 10.360 Filialstandorten vertreten. Bei diesen beiden Institutsgruppen haben sich die Zahlen auf 9.732 (Sparkassen) und 8.955 (VR-Banken) Filialen reduziert.

Der Rückgang der Filialen wird sehr oft sowohl mit dem Rückgang der Erträge als auch der zunehmenden Nutzung des Online-Bankings erklärt. Dabei wird aber zu oft übersehen, dass erfolgreiche Filialen einen positiven Ergebnisbeitrag bringen können, sofern sie sich auf ihr Alleinstellungsmerkmal „persönliche Beratung“ konzentrieren.

Die Geschäftsstelle der Zukunft muss – auch im Omnikanalvertrieb – eine wesentliche Rolle in der strategischen Ausrichtung einnehmen. Das gelingt neben exzellenter Service- und Beratungsqualität u.a. auch dadurch, dass sie beispielsweise einen aktiven Part im oben genannten Omnikanalvertrieb einnimmt. Dieses kann dadurch gelingen, wenn die Berater vor Ort auch in die Lage versetzt werden, Videoberatungen durchzuführen und damit auf das veränderte Kundenverhalten reagiert wird.

Ein spannender Vergleich ist ggf. auch die Entwicklung einzelner Vertragswerkstätten namhafter Autohersteller. Dabei ist z.B. zu beobachten, dass vom Jahr 2016 bis 2017 oft fast 10% der Anlaufstellen abgebaut worden sind. Aber niemals im Rahmen einer „Rückwärtsstrategie“, sondern immer als Ergebnis einer strategischen Ausrichtung, mit dem Ziel, die Qualität und vor allem die Erträge zu steigern.

Aber genau diese „Vorwärtsstrategie“ ist das, was man bei vielen Banken heute leider vermisst. Das zeigen auch viele Zitate im Rahmen solcher Veröffentlichungen, wie z.B. in der FAZ vom 06. Juli 2019.

Fotoquelle: Shutterstock – Christian Mueller ID 519934711

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