10.09.2018

Bankfilialen im Umbruch – Pakete, Salsa und Sorbets

Die klassische Bankfiliale mit Schaltern und starren Öffnungszeiten gilt heute als nicht mehr zeitgemäß. Viele Banken schließen daher Filialen, die sich nicht mehr rentieren. Doch trotz zunehmender Nutzung von Online- und Mobile Banking schätzen Bankkunden nach wie vor die Nähe zu einer Filiale – auch wenn sie diese immer seltener aufsuchen. Um mehr Kunden in ihre Zweigstellen zu lotsen, gehen einige Banken neue Wege – so etwa die Sparda-Bank Berlin, die seit kurzem mit dem Paketdienstleister Hermes kooperiert. So können Kunden in 13 Filialen der Bank sowohl Hermes-Pakete abgeben als auch abholen, weitere Filialen könnten folgen, wenn das Experiment sich als Erfolg erweisen sollte.

Sparda-Bank Berlin setzt auf Paketdienst

Nach Aussage von Martin Laubisch, Vertriebsvorstand der Sparda-Bank Berlin, sollen auf diesem Wege sowohl neue vom Zinsmarkt unabhängige Ertragsquellen erschlossen als auch neue Kundengruppen erreicht werden. Wie andere Regionalbanken steht die Sparda-Bank Berlin stärker als bundesweit tätige Kreditinstitute vor dem Problem, dass sie einerseits unter Kostendruck steht und andererseits stärker als die Großbanken ihren Charakter als regional präsente Bank unterstreichen muss. Bereits mit dem Projekt „Blok O“ hatte die Sparda-Bank Berlin Anfang 2018 einen Vorstoß gewagt und in Frankfurt (Oder) in Zusammenarbeit mit dem Coworking Space St. Oberholz ein Angebot für Freelancer ins Leben gerufen. Diese können vor Ort arbeiten, auch ein Café sowie Konferenzräume gehören dazu, berichtet der Online-Branchendienst Springerprofessional.de.

Hamburger Sparkasse setzt auf Lokalkolorit

Auch das Handelsblatt hat das Thema kürzlich aufgegriffen und berichtet über die Aktivitäten der Hamburger Sparkasse (Haspa), die diverse Filialen zu Treffpunkten für Menschen im Stadtteil machen möchte. Dort können sich beispielsweise Vereine oder Geschäfte aus der Umgebung vorstellen. Gebrauch machten von diesem Angebot bislang unter anderem eine lokale Kaffeerösterei und ein Eishersteller, Bankkunden konnten vor Ort die Kaffeesorten und Sorbets verkosten. Auch eine Salsa-Party wurde bereits in den Räumlichkeiten einer Haspa-Filiale veranstaltet, berichtet das Blatt.

Ein ähnliches Konzept verfolgt die Volksbank Bielefeld: Auch dort können regionale Unternehmen ihre Produkte vorstellen, zudem können Kunden der Hauptfiliale das direkt angeschlossene Restaurant „Green Bowl“ mit hawaiianischen Spezialitäten besuchen. In Gütersloh verfolgt die Bank das Restaurant-Konzept laut Handelsblatt schon länger: Seit sieben Jahren können Besucher des Restaurants „Bankery“an einem kleinen Servicetresen ihre Bankgeschäfte vor Ort erledigen.

Die Erwartungen der Filialbesucher müssen auch erfüllt werden

Die Versuche der Banken, für mehr Traffic in ihren Filialen zu sorgen, sind ein Schritt in die richtige Richtung, denn so kann es gelingen, Kunden auch einen Beratungstermin in der Zweigstelle nahezubringen. Doch damit ist es nicht getan, denn vor Ort müssen die Kunden auch von der Service- und vor allem der Beratungsqualität überzeugt werden., damit sie die Filiale zufrieden verlassen und die Mitarbeiter als kompetente Ansprechpartner in Gelddingen wahrnehmen. Im Idealfall lässt sich so erreichen, dass sie die Bank auch weiterempfehlen.

Damit Service- und Beratungsqualität auf gleichbleibend hohem Niveau gewährleistet sind, empfiehlt sich beispielsweise die 360-Grad-Analyse der Gesellschaft für Qualitätsentwicklung in der Finanzberatung (QIDF). Anhand dieses umfangreichen Analyseprozesses lassen sich die Stärken und Schwächen in puncto Beratung und Kundenansprache überprüfen und Schwachstellen mit entsprechenden Maßnahmen optimieren. Dazu gehört beispielsweise auch die Entwicklung von Schulungsfilmen.

 

Fotoquelle: Shutterstock – creative lab ID362054459

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