23.01.2018

Altersvorsorge – Persönliche Beratung bevorzugt

Die Digitalisierung schreitet auch im Bereich Finanzen immer weiter voran, vielfach wickeln die Deutschen ihre Finanzgeschäfte bereits online ab. In puncto Altersvorsorge schätzt die Mehrheit hingegen eine persönliche Beratung, so das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Investmentgesellschaft Amundi. Das Thema der Umfrage lautete „Beratungsqualität und Digitalisierung“, sie ist Bestandteil einer umfassenden Analyse zur privaten Altersvorsorge, an der 1.000 Personen im Alter zwischen 35 und 55 Jahren teilnahmen.

Der Umfrage zufolge wurden lediglich 31 Prozent der Befragten eine private Altersvorsorge online abschließen. 65 Prozent entscheiden sich für den Kauf nach einer persönlichen Beratung am Telefon oder vor Ort. Lediglich rund ein Drittel der Befragten verwalten ihre Altersvorsorgeprodukte online, nur 17 Prozent geben an, zuletzt online einen Abschluss im Bereich Altersvorsorge getätigt zu haben, während 81 Prozent das letzte Produkt dieser Kategorie offline erworben haben. Nach ihrem letzten Abschluss befragt, bezeichnen 84 Prozent der Offline-Käufer zufrieden bis sehr zufrieden mit dem Service. Die Zustimmungsquoten zu den Punkten „Verständlichkeit und Klarheit der Darstellung“, „Transparenz“ und „Zeitaufwand bei der Produktsuche“ sind Amundi zufolge deutlich höher als bei den Online-Käufern.

Höhere Online-Affinität bei anderen Kapitalanlagen

Gleichwohl sind die Umfrageteilnehmer in der Mehrzahl in anderen Bereichen der Kapitalanlage sehr online-affin: So geben 55 Prozent von ihnen an, zuletzt Fonds, Wertpapiere oder Aktien übers Internet gekauft zu haben, zudem verwalten zwei Drittel von ihnen diese Geldanlagen online. Darüber hinaus können sich 42 Prozent der Befragten vorstellen, online eine Versicherung abzuschließen. Und 38 Prozent recherchieren online über Internet-Vergleichsportale nach Informationen zu Produkten für die private Altersvorsorge.

Wie wichtig den meisten Befragten der persönliche Kontakt bei der privaten Altersvorsorge ist, zeigt auch die Zustimmungsrate zu der Aussage: „Trotz Internet – die persönliche Beratung bei der privaten Altersvorsorge von Mensch zu Mensch ist mir lieber“. 80 Prozent der Befragten teilen diese Ansicht. Zudem würden zwei Drittel von ihnen sich zwar im Internet informieren, aber ein so bedeutsames Produkt wie eine private Altersvorsorge letztlich nicht online kaufen. Die meistgenannten Gründe hierfür: 63 Prozent bevorzugen letztlich doch die persönliche Beratung, 41 Prozent halten die Informationen aus dem Internet nicht immer für ausreichend klar und verständlich. 24 Prozent nennen mangelndes Vertrauen in die Informationen und Angebote aus dem Netz, 22 Prozent äußern Bedenken wegen der Nutzung ihrer Daten beziehungsweise des Datenschutzes allgemein.

Persönlicher Kontakt gefragter als technische Möglichkeiten

Wie die Umfrage zeigt, scheinen die technischen Möglichkeiten wie etwa Video-Chats nicht auszureichen, um den persönlichen Kontakt zu ersetzen: So bekunden lediglich 17 Prozent der Befragten Interesse an solchen Beratungstools. Auch so genannten Robo-Advisors steht die Mehrheit der Befragten eher skeptisch gegenüber: So lehnen 59 Prozent von ihnen eine Beratung durch ein algorithmenbasiertes Programm ab und bevorzugen stattdessen einen realen Kundenberater.

Nach ihren bereits abgeschlossenen Altersvorsorgeprodukten befragt, gaben 43 Prozent der Teilnehmer an, ein solches Produkt zu besitzen. Unter denjenigen, die privat vorsorgen, halten 27 Prozent Wertpapiere, Aktien oder Fonds. Jeder fünfte Befragte spart nach eigener Aussage gar nicht für die Altersvorsorge, 15 Prozent sparen unregelmäßig. Rund ein Viertel der Sparer wenden monatlich zwischen 51 und 200 Euro auf, 17 Prozent legen bis zu 50 Euro beiseite. 13 Prozent nehmen sogar mehr als 200 Euro monatlich in die Hand, um sie in die private Altersvorsorge zu investieren.

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